Leitung einer Herzgruppe

Herzgruppen sind offen für Menschen mit kardiovaskulärer Vorgeschichte, mit Status nach Herzinfarkt oder multimorbiden Erkrankungen und bieten ein Bewegungsprogramm, das an ihre speziellen Bedürfnisse angepasst ist. Sie werden unterstützt, das Vertrauen in ihren Körper wiederaufzubauen und ihre Gesundheit zu stärken. Damit das Herz noch viele Jahre weiterschlägt. Bewegung tut dem Körper, dem Herzen und der Seele gut.

Voraussetzungen

… zum Leiten einer Herzgruppe

Für die Leitung einer Herzgruppe wird der Abschluss des Moduls Herzerkrankungen/Nachdiplomlehrgang Herztherapeuten Swiss Working Group for Cardiovascular Prevention, Rehabilitation and Sports Cardiology SCPRS oder eine andere gleichwertige Ausbildung vorausgesetzt. Die Leitung einer Herzgruppe kann übernommen werden, sobald eine Anmeldung für den Nachdiplomlehrgang oder ein Diplom vorliegt. Grundsätzlich kommen Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Bewegungs- und Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler oder Sportlehrerinnen und -lehrer für die Leitung einer Herzgruppe in Frage.

… zum Unterrichten einer Herzgruppe

Für das Unterrichten von Herzgruppen-Aktivitäten ist die Zusatzausbildung zum Herztherapeuten, zur Herztherapeutin SCPRS nicht Pflicht, wird jedoch empfohlen. Grundsätzlich kommen Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Bewegungs- und Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler oder Sportlehrerinnen und -lehrer für das Unterrichten von Herzgruppen-Aktivitäten in Frage. 

… für alle Herzgruppen-Therapeutinnen und -Therapeuten

Eine Basic Life Support-Ausbildung BLS und die Automatische Externe Defibrillation AED, anerkannt vom Swiss Resuscitation Council SRC sowie regelmässige Refresher-Kurse sind Voraussetzung für alle Therapeutinnen und Therapeuten, die Herzgruppen-Aktivitäten unterrichten. Ein Brevet Basis Pool der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG wird nicht zwingend verlangt, jedoch für Therapeuten, die Wasseraktivitäten anbieten, empfohlen. Voraussetzung ist die Anwesenheit der Bademeisterin, des Bademeisters am Pool während der gesamten Wasserlektion. In Bädern ohne Bademeisterin/Bademeister ist ein Sicherheitsdispositiv Pflicht.

… für alle Aktivitäten in der Herzgruppe

Im Sicherheitskonzept für Herzgruppen werden die Rahmenbestimmungen für die Aktivitäten in der Herzgruppe festgehalten. Das Training findet mindestens einmal wöchentlich statt und dauert 60 bis 90 Minuten.

… für die Aufnahme von Teilnehmenden

Im Sicherheitskonzept werden die Aufnahmekriterien für die Teilnehmenden am Bewegungsprogramm festgehalten.

… für die Erstellung und Umsetzung des Notfallkonzepts

Im Notfallkonzept wird das richtige Handeln im Notfall festgehalten. Kommt eine Person während einer Aktivität in der Herzgruppe in eine Notfallsituation, ist der Ablauf der Rettungskette gesichert – vom Notfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

… für eine ganzheitliche Betreuung von Teilnehmenden

Es braucht eine Vertrauensperson, die

  • eine gute, motivierende Atmosphäre schafft.
  • aktiv zuhören kann.
  • der psychosozialen Komponente eine «natürliche» Aufmerksamkeit schenkt.
  • zu sportlichen Betätigungen sowie sozialen Aktivitäten ausserhalb der Herzgruppe animiert.
  • die Ärztin, den Arzt (Ansprechpartner/in der Herzgruppenleitung) bei grundlegenden Entscheidungen informiert oder mit einbezieht.
  • ein- bis zweimal im Jahr einen Vortrag zur «Sekundärprävention» organisiert. Dabei sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die bei vorliegenden Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, Übergewicht/ungesunde Ernährung, Bluthochdruck oder psychischer Anspannung  sinnvoll sind, um zusätzliche Krankheiten zu verhindern oder zu verbessern. Möglich sind auch Wunschthemen aus der Herzgruppe oder ganz andere interessante Themen für eine herzgesunde Zukunft.
  • ab und zu einen Anlass zur Geselligkeit durchführt.
  • den Kontakt zum regionalen Gesundheitsnetzwerk pflegt, die Herzgruppen-Arbeit vorstellt und neue Mitglieder wirbt.

Leitende erzählen

Lassen Sie sich vom Herzgruppen-Film und den Video-Clips motivieren und inspirieren. 

Das Drei-Phasen-Modell der Kardiovaskulären Rehabilitation der Weltgesundheitsorganisation WHO (1980)

  • Phase I
    Frühmobilisation in der Akutklinik
  • Phase II
    Rehabilitation, ambulant oder stationär in Rehabilitations-Institution
  • Phase III
    Langzeitrehabilitation und -begleitung in Herzgruppen ohne zeitliche Begrenzung

Webseite teilen